MEDIENMITTEILUNG
JA zu Managed Care: Für die Schweizer Hausärzte ein vertretbarer Kompromiss
Durchbruch der integrierten Versorgung dank eines fairen Kompromisses
Der Berufsverband «Hausärzte Schweiz» begrüsst den Entscheid der nationalrätlichen...
Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Vorinformation
Ein Fest zugunsten der Volksinitiative am 28. Oktober 2010 in Zürich
Jahreskongress SGAM 2011
SwissFamilyDocs Conference 2011

Ziele der Arbeitsgruppe SGAM.Informatics
Die Informations- und Kommunikationstechnologie ist für die Praxis der Zukunft zweifellos unverzichtbar. Die Digitalisierung schreitet auch in den Spitälern massiv voran. Die Versichertenkarte wird bald eingeführt werden. Die Gesundheitskarte wird rege diskutiert und ist zum Teil schon in der Design-Phase.
Die AG hat sich zum Ziel gesetzt, alle diese Entwicklungen im Bereich von e-Health, welche die Hausärzte mittelbar oder unmittelbar betreffen, zu beobachten, zu beurteilen und vor allem mitzugestalten. Ferner soll die IT- Kompetenz der Hausärzte gefördert werden, damit sie ein minimales Mass an Autonomie erreichen.
Wir wollen verhindern, dass uns, ohne unser aktives Mittun, „neue Segnungen“ beschert werden. Als Fernziel wollen wir eine Standardisierung der Praxisinformationssysteme erreichen, um die Migration von einem Software-Anbieter zum andern zu ermöglichen. Wir wollen die Forschung in der Hausarztpraxis fördern. Für eine (fernere) Zukunft ist geplant, Kolleginnen und Kollegen Unterstützung in Fragen rund um die Praxisinformationssysteme anzubieten.
Unser aktuelles Umfeld ist wenig anwenderfreundlich.
Namhafte Veranstaltungen finden bisher jedoch meist ohne die direkt betroffene Ärzteschaft statt. Das BAG, und künftig auch die FMH, entwickeln eine e-Health-Strategie (bisher) ohne Einbezug der Hausärzte. Unsere Software-Firmen implementieren Tools in ihre Systeme, ohne dass wir adäquat mitreden können, was wir brauchen und was nicht.
Bei Problemen oder Anregungen bezüglich Praxisinformationssystemen ist der End-User oft „auf sich allein gestellt“. Ihm wird von den Software-Anbietern das Gefühl vermittelt, nur er habe dieses Problem. Schnittstellen, die für alle wichtig sind, werden bilateral ausgehandelt. So hat z.B. jede Softwarefirma mit jedem einzelnen externen Labor eine eigene Schnittstelle zur Übernahme der Labordaten. Auch nach zwei Jahren wiederholten Nachhackens kann die Medikation aus der elektronischen KG noch nicht direkt ins Rosenstudio überführt werde. Mit diskussionsloser Selbstverständlichkeit wird angenommen, dass alle Praxen am Internet angeschlossen sind, obwohl noch niemand verbindliche Richtlinien publiziert hat, unter welchen Voraussetzungen dies aus Datenschutzgründen zulässig ist.
Das Heft in die Hand nehmen
Das bisher Gesagte und viele weitere Rahmen- und Randbedingungen führten uns zur Überzeugung, dass wir das Heft selber in die Hand nehmen müssen.
Wir werden künftig definieren, was ‚state of the art’ ist für eine hausärztliche elektronische KG, welche Standards wir als nötig erachten und wie ein optimales Sicherheitskonzept für eine Arztpraxis aussehen soll. Wir wollen mitreden und mitgestalten, wenn die Eckpfeiler betreffend e-Prescribing und Gesundheitskarte eingeschlagen werden. Wir werden definieren, welches Codierungssystem für die Hausarztpraxis tauglich ist und welches nicht. Die Forschung in Hausarztmedizin ist nach unserer Überzeugung nur mit einer elektronischen Krankengeschichte und einer sinnvollen Codierung (ICPC-2) mit vertretbarem Aufwand möglich. Wir sind daran, ein Netz von Kollegen aufzubauen, welche bereit sind, ihre klinischen Daten zu poolen und im Sinne eines „klinischen Praxisspiegels“ zu Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen. Anhand dieser, natürlich uns gehörenden, Daten könnten wir relativ einfach aufzeigen, welche Zusatzkosten verursacht werden durch eine Indikationserweiterung gewisser Medikamente, durch die Implementierung neuer Guidelines oder die Verschiebung von Grenzwerten. Damit hätten wir ein starkes Argumentarium, um zu verhindern, dass immer neue Massnahmen unter das alte Dach der Kostenneutralität gepackt werden.
Projekte
Das Budget der Arbeitsgruppe SGAM.Informatics ermöglicht uns, an folgenden Projekten konkret weiter zu arbeiten:
abgeschlossene Projekte:
- SGAM-Positionspapier zu eHealth:
Wir erarbeiten gemeinsam ein Papier, um die Sicht der Hausärzte zu den wichtigsten Themen im Bereich e-Health klar zu positionieren. Das Dokument wird sich mit folgenden Bereichen befassen: Elektronische Krankengeschichte, Digitalisierung, Codierung / Forschung in der Arztpraxis, Versichertenkarte, Gesundheitskarte, e-Rezept, Datenaustausch, Datensicherung, Standardisierung, Datenschutz, Datenhoheit, Datenverwendung, Minimal Data Set, Health Professional Card usw. - CD-ROM "Die Elektronische KG":
Bis zur IFAS soll die zweite Auflage dieser CD erscheinen, mit zusätzlichen Inhalten: Videos zur Dokumenten- und Datei-Verwaltung, IT-Sicherheit in der Arztpraxis, ein Logbuch für die Umstellung von der Papier- auf eine e-KG, e-KG als Expertensystem usw. - Bisher haben 7 Firmen zugesagt, am Projekt mitzuarbeiten. - Zusammenarbeit mit FMH-Services:
Wir haben neu vor, im Rahmen des Software-Katalogs und der Praxis-Computer Workshops, ab nächstem Jahr mit FMH-Services zusammen zu arbeiten.
noch laufende Projekte:
- Einsitz in Arbeitsgruppen des Vereins e-CH (wegen fehlender Aktivität vorläufig sistiert!):
Der Bundesrat hat die "Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz" lanciert. Diese beinhaltet auch eine Fachgruppe e-Health. Die Arbeitsgruppe SGAM.Informatics ist Kollektivmitglied beim Verein e-CH. Im Bereich e-Health sind wir in folgenden Arbeitsgruppen vertreten: eHealth-Standards (Marcel Hanselmann), Unique Patient Identifier (Marcel Hanselmann), Gesundheitskarte (Franz Marty, Heinz Bhend), Electronic Patient Record Summary (Marcel Hanselmann, Franz Marty), e-Prescribing (Heinz Bhend) und Telehomecare (Robert Kurmann).
- Umsteigerworkshops für Kolleginnen und Kollegen welche gedenken demnächst eine elektronische KG einzuführen
geplant:
- Sicherheits-Audit's
- Umfrage Anwenderzufriedenheit mit eigener Softwarefirma
Arbeit hat’s genug. Packen wir’s gemeinsam an! „Mittäter“ sind willkommen!

